KYUDO IN DETMOLD >>---弓道---> 20 Jahre japanisches Bogenschießen im Polizei-SV-Lippe
弓道 Übersicht - aktualisiert: 02.12.2018  
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Bogenschießen und TAI-CHI
Bogenschießen und Tai-Chi (Bericht von 1995)

Tai-Chi, eine chinesische Form der Gesundheitsgymnastik, und westliches Bogenschießen ha­ben scheinbar nur geringe Berührungspunkte, sicherlich aber kann jede Form der körpererfah­renden Übungen auch für die Bogenschützen von Hilfe sein. Die einen versuchen es mit autogenem Training, die anderen hören Musik zum Entspannen, ich mache jetzt Tai-Chi.

Vor etwa zwei Jahren konnte ich anlässlich einer Meisterschaft grundlegend erfahren, wie sich Entspannung während des Turniers auf die Schussleistung auswirkt. Vor dem Turnier und während der Schießpausen zog ich mich in die hinterste Ecke zurück und hörte mit Kopf­hörern besonders ruhige und entspannende klassische Musik. Wenn es zum Schießen ging, legte ich den Kopfhörer beiseite und schoss. Bei der Abrechnung der 25-m-Distanz standen nach 30 Schuss 291 Ringe (21 Zehner, 9 Neuner) auf dem Zettel. Ein Ergebnis, das ich anschließend so nicht mehr erreicht habe: Nur die 9 Pfeile in der Neun verfehlten den 6 cm großen goldenen 10er-Mittelpunkt der Scheibe knapp.

Im Nachhinein weiß ich, dass in der folgenden Runde der bewusste Kampf um die Ringe zur Verkrampfung geführt und eine Wiederholung des gleichen Ergebnisses verhindert hat.

Daher suchte ich nach Möglichkeiten, Entspannungstechniken mit dem Bogenschießen in Verbindung zu bringen. Gleichzeitig stellte mein Arzt Arthrose in Hüft- und Kniegelenken fest und riet mir zu Krankengymnastik. Das aber war mir viel zu langweilig. Zufällig geriet ich an eine Kleinan­zeige, die Tai-Chi Kurse in kleinen Gruppen anbot.


Meine Kenntnisse über Tai-Chi waren recht oberflächlich, ich hatte 1992 in Peking einige Ein­wohner am frühen Morgen bei diesen gymnastischen Übungen gesehen, und so entschloss ich mich, einmal an einer Einführungsstunde in diese ungewohnte Bewegungstechnik teilzuneh­men. Ich dachte aufgrund meiner zwanzigjährigen Judo-Erfahrung, die ersten Schritte mit Leichtigkeit lernen zu können.


Doch nach einer Vorführung der Langform des Tai-Chi nach Yang Cheng Ming mit über 100 vorgeschriebenen Bewe­gungen ging es nicht gleich an die Arbeit! Erst einmal wurde in einer Art Meditationssitz ver­harrt und einige Streichungen mit den Händen im Gesicht, Klopfungen an Kopf und Nacken ausgeführt. Ziel der Übungen war es immer, Energiebahnen im Körper zu aktivieren. Von Akupunktur hat bestimmt jeder schon etwas gehört, auch sie beruht auf dem System der Ener­giebahnen, die nur im gesunden, nicht „verstopften“ Zustand für eine Ausgleich im Körper zwischen Yin und Yang sorgen (stark vereinfacht!).


Nach etwa vierzehn Wochen, in denen zweimal wöchentlich unter Anleitung geübt wurde, war ich ansatzweise in der Lage, in Verbindung mit den Bewegungen im Tai-Chi zu spüren, wie Energie sich im Körper bewegt. Unterstützend wurden Chi-Gong Übungen erlernt, bei denen man entweder bis zu fünf Minuten absolut regungslos in verschiedenen Positionen verharrt oder sich im Atemrhythmus leicht bewegt. Das besondere daran war, dass alle Übungen ohne jede Kraftanstrengung ausgeführt werden konnten.


Soweit war ich also, als in Schefflenz 1994 die Deutschen Meisterschaften des DBSV (Deutscher Bogensportverband von 1959 e. V.) stattfanden. Hier erreichte ich einen für mich beachtlichen zweiten Platz im Finalschießen, wobei ich immer wieder versuchte, durch Entspannungstechniken des Chi-Gong meine Nervösität abzulegen. Die ungewöhnlich lange Pause zwischen dem Halbfinale und der letzten Runde jedoch brachte mich etwas aus dem inneren Gleichgewicht.


Aus meinen recht jungen Tai-Chi Erfahrungen jedoch kann ich behaupten, dass diese Form der Bewegung mir für das Bogenschießen eine Menge gebracht hat. Während andere immer wie­der die Verbesserung der Leistungen in neuem Material suchen - sicher ist das auch wichtig - versuche ich es mit meiner Art der Vorbereitung. So schoss ich übrigens vor kurzer Zeit bei der Bezirksmeisterschaft im ersten Durchgang mit 285 Ringen auf 18 Meter persönliche Bestleistung.



Ein paar Übungen möchte ich nun vorstellen, und es wäre doch toll, wenn sich auch bei ande­ren dadurch eine Verbesserung der Leistung einstellen könnte!

Ruhiger, aufrechter Stand, Füße parallel und fast schulterbreit, die Arme hängen locker herab, der Kopf ist wie an einem Faden aufgehängt, das Kinn leicht angezogen, die Augen sehen in die Weite, ohne etwas zu fixieren.

1. Ruhiges, bewusstes Atmen
Die Luft wird durch die Nase eingezogen, bewusst wird das Strömen in die Lungen wahrgenommen.

Ich fühle, dass mir die Luft die Energie für den Wettkampf bringt. (Raucher nehmen sich diese Möglichkeit!)


2. Bewusstwerden der Kraft! Reinigung

Beim Einatmen verteilt sich die Energie in meinem Bauchraum, wird gespeichert. Beim Ausatmen gebe ich alle störenden Einflüsse nach außen ab.

 

Erste Übungen in Bewegung:

Stand wie oben

1. Beim Einatmen hebe ich die Hände, als seien sie an Fäden aufgehängt, nach vorne mit leicht nach unten hängenden Ellenbogen kraftlos bis in Schulterhöhe, beim Ausatmen beschreiben die Hände eine Bewegung in Richtung der Schultern und gleiten nah am Körper zurück bis auf Hüfthöhe. Die Handflächen zeigen jetzt nach unten, die Daumen sind leicht abgespreizt. Diese Übung wird mehrfach wiederholt. (Sammeln des Chi)

2. Wie Übung 1 bis die Hände in Schulterhöhe sind. Hände zueinander drehen, dass die Finger zueinander zeigen, ohne sich aber zu berühren, man in die Handflächen sieht, und auseinanderziehen (nicht zur ganzen Streckung!). Beim Ausatmen jetzt die Hände wieder aufeinander zuführen, ohne dass sie sich berühren, vor dem Körper die Handflächen nach unten drehen und die Arme wieder auf Hüfthöhe senken. Kombinierte Übung: Chi sammeln – den Bogen spannen).

Vorbereitungen an der Schießlinie:

1. Stand einnehmen

Ich fühle beim Einnehmen des Standes, dass beide Füße gleichmäßig belastet sind und sich scheinbar mit einem Punkt („sprudelnde Quelle“: Übergang Fußballen zum Fußgewölbe) mit dem Boden so fest verbinden, dass ich sie kaum anheben kann.

2. Atmung kontrollieren

Nach dem Einnocken des Pfeiles kontrolliere ich die Atmung und bringe sie in einen langsa­men Rhythmus, der mit dem Schießen übereinstimmt.

3. Heben des Bogens

Beim Heben des Bogens nehme ich beim Einatmen die Energie auf und speichere sie in dei­nem Bauch.

4. Ausziehen des Pfeils und Zielen

Beim Ausziehen des Pfeils atme ich aus, die Energie strömt fühlbar vom Bauchraum in Schul­tern und Arme. Das Visier findet das Ziel fast alleine!


5. Lösen

Beim Lösen gebe ich die noch gespeicherte Energie durch das aktive Ausatmen nach außen unter noch kurzer Beibehaltung der Spannung ab und beginne wieder von vorne.


6. Nach der Passe

Ich löse meine Füße bewusst und langsam vom Boden, um den Energieschluss zum Boden nicht abrupt zu unterbrechen.
 
 
 
 
 
Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen und Tipps.

Es wäre schön, auch diese Tipps zu lesen!

Peter Kollotzek, Am Klüter Bach 11, 32758 Detmold,
Tel.: 0 52 31 – 6 42 08

弓道 WAS IST KYÛDÔ?  
  „Kyû-dô“ bedeutet „Bogen-Weg“ und bezeichnet die traditionelle, sehr ritualisierte Art des japanischen Bogenschießens mit dem langen Bambusbogen. –
Als Einführung zu empfehlen -> de.wikipedia.org/wiki/Kyūdō
Unsere Internetpräsenz ist einfach, aber aktuell - siehe links oben...
Japanisch lernen: https://www.nhk.or.jp/lesson/english/
 
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  Der PSV Lippe ist Mitglied im SV Dt (Sportverband Detmold), KSB und LSB. PSV-Kyûdôka sind Mitglieder im Deutschen Kyûdôbund (DKyuB), der Dachverband ist der DJB (Deutscher Judo Bund) und DOSB (Deutscher olympischer Sportbund). Auf internationaler Ebene ist der DKyuB Mitglied der EKF (European Kyûdô Federation) und der IKYF (International Kyûdô Federation). Alle Regelungen entsprechen damit der ANKF (japanische Kyûdô-Organisation): weltweit gleiche Prüfungsinhalte und anerkannte Graduierungen. - http://www.kyudo.jp/ - http://www.ikyf.org/ - www.dkyb.de