KYUDO IN DETMOLD >>---弓道---> 20 Jahre japanisches Bogenschießen im Polizei-SV-Lippe
弓道 Übersicht - aktualisiert: 02.12.2018  
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HEKI-Materialien


Analysiere die Position des vollen Auszugs anhand der eingezeichneten Linien!
Was verrät den - mit Verlaub - "Kyudoanfänger"?


 

Grundlagen der Heki-Stilrichtung und eine Buchbesprechung


Hier finden Sie zwei wichtige Informationen aus den Aufzeichnungen/Briefen Inagakis zum Selbststudium - Hervorhebungen durch den Administrator - sowie weitere Materialien zu Einzelfragen der Technik...



Der letzte Brief von Inagaki-Sensei vom 25. Juli 1995 zum Verlesen zu den Lehrgängen 1995



Liebe Kyudo-Freunde in Deutschland, Finnland, Italien und Österreich,
wir haben uns lange nicht gesehen!

Von Euch habe ich zahlreiche Briefe erhalten, in denen Ihr mir Genesung von meiner Krankheit wünscht. Von meinem Krankenbett aus konnte ich leider nicht antworten. Aber bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei Euch allen dafür bedanken. Es schmerzt mich zutiefst, die inzwischen zur Tradition gewordene Europareise absagen zu müssen und nicht mit Euch alten Freunden zusammen im Dojo schießen zu können.

Nur die Vorstellung, dass Ihr gesund und im Schießen weitergekommen seid, tröstet mich in dieser Lage. Buchstäblich jeden Tag ohne Pause habe ich Bogenschießen geübt, aber nun bin ich krank geworden und liege seit zwei Monaten im Krankenhaus. Ich höre jetzt auch von der Entlassung, und ich denke, vielleicht kann ich im Herbst wieder anfangen zu schießen.
 
Übt fleißig und eignet Euch das Bogenschießen nach der reinen, richtigen Heki-Toryu Schule an, ohne einen eigenen Stil beizumischen.
 
Ich hoffe, dass es in Eurem Land nicht so geht wie jetzt in Japan, wo ein leichtes, falsches und verdorbenes (entartetes) Bogenschießen ausgeführt wird (über diesen Punkt schreibe ich an andere Stelle).
 
Ich wünsche Euch von Herzen Gesundheit
 
Heki-Toryu
Inagaki Genshiro Yoshimichi
 

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Anmerkung Kollotzek zum folgenden Artikel:
Inagaki-Sensei weist darauf hin, dass der wahre Umgang mit dem Bogen immer an den Ursprung dieser Technik erinnern muss:
Das effektive Schießen und Treffen stehe vor dem in jüngerer Zeit überbewerteten Taihai und der zu sehr in den Vordergrund geschobenen ästhetischen Form des japanischen Bogenschießens.

Für Inagaki-Sensei ist das Schießen in der Heki-Form die ursprüngliche, kriegerische Art des Kyudo. Dabei ging es um Leben oder Tod.

Der am Hofe zelebrierten Kyudo-Form (Ogasawara, Takeda) schreibt Inagaki-Sensei (wenn ich ihn richtig verstehe) eher wohl eine ästhetische Komponenten zu.

Als persönliche Ergänzung möchte ich hinzufügen:
Der mittig hebende Kyudo-Stil ("Shomen") lässt sich von den berittenen Bogenschützen herleiten, die auf den Feind zureitend - nach vorne blickend - natürlich den Bogen vor sich auf den Schuss vorbereiteten. Wenn dann vor dem Ziel rechts abgeschwenkt wurde, konnte der Schütze den Bogen in der speziellen Art spannen und den Pfeil abschießen. - 

Daher lässt sich die Diskussion Heki-Shomen sicher auch sachbezogen führen.

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Die historische Existenz der ursprünglichen japanischen Kunst des Bogens, Heki-Toryu, (die von anderen Schulen Insai-ha genannt wurde) und die nach der Meiji Restauration entwickelte, gegenwärtige Schule der Art zu schießen.

von Inagaki Genshiro Yoshimichi

Seit Jahrhunderten wurde in Japan die Kunst des Bogenschießens von den Bushi ausgeübt. Auf dem Schlachtfeld zum Schutz des Körpers mit einer Rüstung angetan, in der Schlacht, wenn der Geist an die Grenze zwischen Leben und Tod stößt, muss der Schütze durch seine Technik und seinen Geist die Fähigkeit haben, den Pfeil wie von selbst abzuschießen, in dem Moment, wenn er von Tsumeai zum Nobiai weiter zum Yagoro kommt und sich sagt: „Gut“.
In der Übertragung dieser Situation auf dem Schlachtfeld wurde das Mato zum Üben in den Friedenszeiten auf die standardisierte Distanz von 15 ken (ca. 28 m) gesetzt. Lasst uns noch an einem anderen Beispiel zeigen, wie unmittelbar die Ableitung vom Schlachtfeld ist. Heute wird die Technik so geübt, dass ein 1-shaku-2-sun (36 cm) Durchmesser großes Mato 3 sun (ca. 10 cm) über den Boden und seine Mitte 9 sun (27 cm) über den Grund befestigt wird. Wenn wir fragen, wovon diese Maße abgeleitet sind, finden wir, dass 1-shaku-2 sun (36 cm) dem Brustdurchmesser des Feindes entspricht, der in wari-hiza Position (Kniestand), d. h. von der Seite im Abstand von 15 ken gesehen wird. 3 sun über den Boden bedeutet eine Höhe so, dass der abgeschossene Pfeil nicht über das Haupt des Feindes fliegt. Ein Pfeil über den Kopf erschreckt den Feind nicht, aber in der wirklichen Schlacht ist ein Pfeil vor den Augen furchterregend.

Die Art des Bogenschießens, die im gegenwärtigen Japan am häufigsten praktiziert wird, ist - wie Ihr alle wisst - die Methode, die auch Eugen Herrigel gelernt hatte. Leute, die diese Art zu schießen zum ersten Mal sehen, mögen denken, sie sei doch ganz ähnlich wie die von mir soeben erläuterte. Aber sie ist von ihr völlig verschieden. Diese neue Art zu Schießen wurde vor ungefähr 100 Jahren in Tokyo begonnen und über ganz Japan verbreitet.
Anstatt die richtige Technik zu erlernen, ist so etwas wie ein Nachahmen im „Gebrauch des Bogens“ daraus geworden, etwas von der wirklichen Technik zu Schießen weit Entferntes.
Und diese neue, moderne Art des Schießens Euch allen verständlich zu machen, lasst uns hier ein wenig über Eugen Herrigel sprechen. Ungefähr 5 Jahre lang wurde Eugen Herrigel von Awa Kenzo im Bogenschießen unterrichtet. Im übrigen war für ihn Kyudo ein Tor zu Zen.

Ich selbst habe Zen ungefähr 10 Jahre lang gelernt und geübt. Das Satori erreicht zu haben, hat mir ein Zenpriester viele Male bestätigt. Wie Ihr alle wisst, habe ich das Üben mit dem Bogen mehr als 60 Jahr lang kontinuierlich durchgeführt. Aus dieser Erfahrung kann ich klar feststellen, dass Zen und Kyudo verschiedene Wege sind. Jedoch ist das Ziel dieser beiden unterschiedlichen Wege nahezu das gleiche „Form ist Leere“ und „Leere ist Form“ war für mich ein schwieriges Problem. Ich habe es erst verstanden, als ich 80 Jahre alt wurde. Innerhalb der 60 Jahre, insbesondere in den letzten 24 Jahren als Fachmann und Spezialist im Studium des Bogens, wenn ich nun die Zeit im Krankenhaus abziehe, habe ich nicht einen Tag lang das Training unterbrochen (mit Ausnahme auch der Zeit im Flugzeug auf dem Weg nach Europa, um Euch alle zu treffen). Herrigel studierte den Bogen nur die kurze Zeit von 5 Jahren. Wieviel kann man in 5 Jahren lernen? Abgesehen von einem besonderen Talent. Bitte, denkt an Eure eigene Situation in dieser Beziehung. Eugen Herrigel hat auf diese Weise in den 5 Jahren kein schwieriges und tiefgehendes Kyudo gelernt; er nahm den Bogen, um eine Art asketische Härte zu üben. War er durch Awa Kenzo nicht sogar von einer Art religiöser Atmosphäre umgeben? [...]

Askese ist sicherlich eine Art der Übung, aber diese hat nicht eine unmittelbare Beziehung zum Satori. In ähnlichem Sinne schreibt der berühmte Carl Gustav Jung in einem privaten Brief an einen Freund eine Bemerkung über das, was Eugen Herrigel Kyudo nennt: „Er zieht mit der rechten Hand einen starken Bogen mit Ausdauer. Davon scheint er einen physischen und geistigen Gewinn gehabt zu haben. Doch hätte er darüber hinaus noch viel mehr erwarten können?“ So ähnlich schreibt er. Es heißt, Eugen Herrigel hat ein großes Interesse am japanischen Bogenschießen gehabt, und als deutscher Forscher wollte er es gut verstehen. Bei seinem Buch würde ich mich nicht weigern, dem, was er über die geistigen Dinge schreibt, zuzustimmen. Aber mit dem, was er über die Technik des Schießens schreibt (was Herrigel unterrichtet wurde, erkenne ich nicht als Technik des Schießens an), kann ich mitnichten übereinstimmen. Eher als Herrigel selbst müsste sein Lehrer, der Dai-sha-do-kyo-Gründer Awa Kenzo die Verantwortung tragen.

Was Awa Kenzo als sogenanntes Kyujutsu (Technik des Bogens) lernte und praktizierte, kommt von der Art zu schießen des „Dosha“- wie ich schon bei verschiedenen Gelegenheiten erläutert habe.

Während der Tokugawa Zeit, einer Zeit des Friedens in Japan, als es keinen Krieg mehr gab, wurden Wettkämpfe im Bogenschießen am Sanjusangendo durchgeführt. Das Sanjusangendo ist die Haupthalle des Renge-o-in Tempels in Kyoto mit 1001 Figuren des Kannon. Man schoss auf der Westseite des Gebäudes entlang, der von Norden nach Süden sich erstreckenden Veranda unter dem weiten Dachüberstand.

Der Wettkampf hatte folgende Eigenschaften und Ziele:

   1. Es galt, ohne Unterbrechung so lange wie möglich zu schießen, maximal 24 Stunden, und einen Rekord in der Anzahl der Pfeile zu erreichen, die abgeschossen wurden und bis an das andere Ende flogen.
   2. Da es ein Wettkampf war, gab es natürlich auch Zuschauer.
   3. Der erfolgreiche Schütze machte eine Karriere. (Er erhielt eine Samurai-Stellung mit einem vererbbaren Einkommen, (Anm. d. Übersetzers)
   4. Über ganz Japan wurde er berühmt.

Diese Charakteristika sind zu finden. Das bedeutet selbstverständlich, dass auch die Art zu schießen diesen Zielen entsprechend angepasst wurde. Bitte, vergleicht das mit der eigentlichen japanischen Technik zu schießen, wie ich sie zu Anfang dargestellt habe. Der Unterschied zwischen beiden sollte für jedermann offensichtlich sein.

Für die ursprünglich japanische Technik des Bogens gibt es keinerlei Zuschauer. Karriere und Ruhm haben keine Beziehung dazu. Nur die Grenze zwischen Leben und Tod, sich nicht sorgen, ob man lebt oder stirbt, nur konzentrieren auf das Yagoro – ein Üben, das unmittelbar zu jener Welt gehört, in der Treffen Leben bedeutet und Nicht-Treffen Tod. Das Durchschießen der Pfeile am Sanjusangendo, Toshiya, war ein Zeitvertreib der Bushi. Toryu (Heki Insaiha) –Training, wie im Angesicht des Feindes, ist das Setzen auf Leben oder Tod des japanischen Weges der Bushi (Bushi-do). Bitte versteht diesen Unterschied in aller Schärfe. Wenn Ihr diesen Unterschied im Kopf behaltet, werdet Ihr nicht auf einem falschen Weg fortschreiten. Ihr werdet in der Lage sein, die korrekte Technik des japanischen Bogens (Kyujutsu) zu erlernen. Es ist schade, dass in Japan während der Meiji-Restauration mit der Abschaffung des Tokugawa-Shogunats auch die Gestalt des Bushi verschwand, aber auch diejenigen geistigen Bereiche vergessen wurden, die hätten nicht verloren gehen dürfen. Moralische Erziehung, Zeremonien und dergleichen wurden in den Vordergrund gerückt und die gegenwärtige, einfache Art des Schießens, eine äußerliche Form, die leicht nachgemacht werden kann, wurde geschaffen.

Anderseits haben im fernen Europa viele die Wahl getroffen, sich dem leichten Weg zu verweigern, sie nehmen in Kauf, dass es das ganze Leben dauern wird, um dem Wesen nahezukommen. Sie erlernen die Art zu schießen, die zur Welt der schwierigen Technik und des tiefen Geistes der Heki-Toryu Schule gehört. Ich habe schon sooft zitiert, was der Kanadier Mihaly Czksenz sagt: „So tief und hoch wie die Schwierigkeiten sind, so tief und hoch ist die geistige Freude, wenn sie gemeistert werden“.

Ihr habt die Chance ergriffen, die korrekte Technik des Schießens zu wählen, so bitte ich Euch alle, lasst Euch nicht in die Irre leiten. Weil es so schwierig ist, weicht nicht auf eine einfachere Art des Bogenschießens aus. Bitte, betrügt nicht mit einem leicht gemachten Tenouchi, gebt nicht den Wunsch auf, das Mato zu treffen. Konzentriert Euch nicht nur auf das Taihai. Natürlich ist ein ernstes Lernen des Taihai wichtig, aber darüber müssen wir an anderer Stelle sprechen. Im gegenwärtigen Japan gibt es die Tendenz, die ursprüngliche Kunst des japanischen Bogenschießens, die Heki-Toryu, zu vernachlässigen, aber es ist eine große Freude zu sehen, dass Europäer sie ernsthaft erlernen. Diesmal können wir nicht zusammen schießen, aber von jetzt an, um der japanischen Kunst des Bogens willen, mehr noch, um der Kunst des Bogenschießens in der ganzen Welt, bete ich darum und wünsche, dass wir alle zusammen die korrekte Heki-Toryu Art des Kyudo erlernen.

Übersetzungen: Manfred Speidel
Quelle: www.heki-ryu-insai-ha.de

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Zu teuer? Neues KYUDO-Buch


Das neue Kyudobuch von Luigi Genzini ist – so verrät es bereits das Vorwort von Prof. Toshio Mori – „eine empfehlenswerte Schrift für den Kyudo-Liebhaber“ und hat „die persönlichen Ideen des Autors […] gesammelt“.
Wer also ein Lehrbuch über Kyudo erwartet, wird enttäuscht!
Im zweiten Vorwort von Prof. Michael Haller wird erkennbar, dass es Genzini darum geht, dass die „vorliegende Literatur“ […] „eine Orientierung“ sein kann, die von Meister Inagaki Geshiro vertretene Richtung der Kyudoschützen zu Fuß deutlich zu machen. Daher ist dem Kapitel Tenouchi… Tsunomi no Hataraki  größerer Umfang eingeräumt worden.
Die im zweiten Teil des Buches gemachten Ausführungen zu Bogen, Pfeil, Reparaturen… sind interessant – aber unvollständig (Bogengrößen...), der dritte Teil stellt einige denkwürdige (Lehr-)Sätze Inagakis vor.
 
Besonders schade finde ich es persönlich, dass sich der Übersetzer vermutlich zu eng an der Urfassung oder englischen Übersetzung orientiert und die Forderungen der deutschen Grammatik nach vollständigen, verständlichen und formal fehlerfreien Sätzen wiederholt nicht beachtet hat. Ein Kyudo-Neuling kann viele Beschreibungen nicht verstehen. Auch das Layout ist mir nicht durchgängig schlüssig geworden. Gab es keinen professionellen Lektor?
 
Genzini schreibt zum sanbun no ni: „Wenn nur 1 Sekunde lang gehalten wird, bedeutet dies, dass der Bogenschütze nicht stark genug ist (z. B. durch [statt „wegen“] fehlenden Schlaf oder leeren Magen).“ (S. 40) – Das ist mir viel zu „populärwissenschaftlich“ formuliert, es gibt sicher wesentlich wichtigere Ursachen dafür, dass der Bogenschütze „nicht stark genug ist“.
 
Insgesamt ist mir dieses Buch mit fast 40 € für eine Sammlung privater Ideen und den Aufzeichnungen von in Lehrgängen mit Sensei Inagaki erfahrenen Dingen zu teuer! Der Kyudo-Liebhaber aber wird es sich vielleicht doch in das Regal stellen, da es liebevoll gebunden ist.

... Für mich persönlich sind immer noch das Inagaki-Grundlagenbuch (jetzt wieder aufgelegt, 10 Jahre nach seinem Tod) in japanischer Sprache und das Kyudo-Buch von Feliks Hoff, einem der ersten deutschen Schüler von Inagaki-Sensei, maßgeblich. - Die japanischen und englischsprachigen Fachbücher beschreiben überwiegend den in Japan üblichen Shomen-Stil.

Bemerkenswert:
Feliks Hoffs Kyudo-Buch wurde schon vor Jahren in das Englische übersetzt... Dann muss wohl etwas dran sein...

P. Kollotzek

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Bericht eines Teilnehmers zum Seminar mit
Mori Sensei im April 2001 - Szombathely/Ungarn

(z. T. stichwortartig)

Die 5 wichtigsten Punkte für die Arbeit der Tsunomi (Urakami Sensei):
1.) Das Gleichgewicht von linker und rechter Hand erhalten
2.) Das Lösen - HANARE - muss gleichzeitig mit links und rechts erfolgen
3.) HANARE muss im Moment höchster Energie erfolgen
4.) Während des Auslösen - HANARE - muss der Bogen mit der linken Hand mit maximaler Kraft gedreht werden
5.) Die Energie muss nach dem Abschuss bis ins ZANSHIN weitergeführt werden

TSUMEAI - TAI NO WARI KOMI - HAYAKE

TSUMEAI - alles was dazugehört in einem Moment machen
Zum TSUMEAI gehören 4 Punkte, die gleichzeitig gemacht werden:
- HOZUKE (der Pfeil an der Wange)
- MUNAZURU (die Sehne an der Brust)
- Das richtige Zielen
- Die richtige eigene Auszugslänge

Wenn man vom SANBUNONI kommt, muss man im TSUMEAI diese 4 Punkte gleichzeitig erledigen. Wenn man das hat, hat man im NOBIAI die Aufgaben, die TSUNOMI (das Drehen des Bogens), die Drehung der rechten Hand aus dem Ellbogen (HINERI) und die Kräfte beidseitig zu steigern. Solange man das nicht kann, muss im NOBIAI das noch weiter versucht werden - das ist eine Quelle für Fehler.

Das HOZUKE kann man selbst kontrollieren und sich selber bewusst machen.

Das Zielen ist schwierig. Links/rechts ist relativ leicht zu korrigieren durch einen älteren Schützen der hinter dem Schießenden steht. Beim Einrichten von hinten gilt als Regel: der Pfeil soll innerhalb des MATO sein. Durch Unwägbarkeiten wie z. B. einen nicht optimalen Bogen, schwankendes Pfeilgewicht oder die Handschuhform ergibt sich der Spielraum innerhalb des Zielbildes (MATO).
Schwieriger ist das vertikale Zielen. Bei Anfängern gehen die Pfeile leicht zu tief. Als Reaktion darauf wird die Hand im Abschuss nach oben genommen. Hier ist die Verantwortung der Älteren gefordert. Wenn die Pfeile unter das Ziel gehen, aber der Schuss sonst ordentlich ist, muss das Zielbild korrigiert werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Pfeil richtig an der Wange anliegt (HOZUKE).

Zusammengefasst:
- Der richtige Punkt des Pfeiles an der Wange
- Die Sehne an der Brust
- Das richtige Zielen
- Die eigene Auszugslänge soll erreicht sein

Anfänger benötigen eine längere Zeit zwischen SANBUNONI und TSUMEAI.

TAI NO WARI KOMI
Wenn im NOBIAI die Kraft richtig gesteigert wurde, geht im Abschuss der Oberkörper 3 - 4 cm nach vorne.

Um aus der Stabilität des Oberkörpers heraus die Geschwindigkeit des Pfeiles im Abschuss zu steigern ist das TAI NO WARI KOMI eine gute Hilfe. Wenn man mit dem Oberkörper nach vorne kommt, unterstützt dies die Bewegung der Arme nach hinten. Weil man das bewusst machen muss, ist es gut, dies zuerst am MAKIWARA zu üben. Wenn man das im eigenen Körper zum Reflex geübt hat über 10 Jahre, kann man danach über 30 - 40 Jahre ohne große Fehler so weiter schießen.

Später kann es zum YURUMI kommen, das dann zum festen Fehler des Schützen wird - und das kann man vermeiden, wenn man das TAI NO WARI KOMI macht. Es kommt auch vor, wenn man ohne TAI NO WARI KOMI abschießt, dass die linke Hand nach vorne drückt. TAI NO WARI KOMI unterstützt also auch die Arbeit der TSUNOMI (das Drücken und Drehen mit der linken Hand am Bogen).

Wenn man 2 Tage übt, soll man am 1. Tag 2 - 3 Schuss am MAKIWARA ein bewusst übertriebenes TAI NO WARI KOMI machen, damit es im Körper drin ist. Dabei soll man nicht umfallen und die Fersen nicht anheben. Solange sich die Fersen nicht heben, darf es noch stärker geübt werden. Wenn man das 15 - 20 Jahre macht, wird die anfänglich übertriebene Bewegung kleiner.

HAYAKE - zu früh abschießen vermeiden
In Japan tritt es oft innerhalb der ersten 2 - 3 Jahre auf, wenn man viel schießt. Wenn man die Bewegungen kann, dann kommt die Zeit, dass man früher abschießt, als man selbst abschießen möchte. Bei unserer Trainingshäufigkeit erfolgt das vielleicht nach 5 - 6 Jahren.

Wenn man bis zum HOZUKE kommt, geht es noch. Doch es gibt auch einen Abschuss schon vor dem HOZUKE z. B. schon im SANBUNONI. Ungefähr 80 % der Schützen kommen in die Situation des HAYAKE.

Wenn man es selbst zulässt zu früh abzuschießen, wird es ganz rapide schlechter und ist kaum noch zu korrigieren - man denkt es ist nicht so schlimm. Es ist meist ein Zeitpunkt, wo man gut trifft und ohne große Anstrengung weiter Treffen möchte. Wenn man das merkt, muss man mit aller Kraft gegen das zu frühe abschießen ankämpfen.

Dasselbe Problem gilt auch für das YURUMI (das Zurückgehen mit der rechten Hand). Bei kleinem YURUMI kann man noch Treffen. Wenn man nicht dagegen ankämpft wird es größer und ist fast nicht mehr zu korrigieren

Wenn man das bewusst macht und immer aufpasst, muss man viel schießen, um dann langsam besser zu werden.

Verschiedene HAYAKE:
- damit man besser trifft. Das kann kaum verbessert werden. Schlagen mit dem Stock oder ein kräftiges Wort.

- im TSUMEAI wird die Kontrolle verloren (Durcheinander im Kopf) und deshalb wird zu früh abgeschossen. Die Aufgabe einfacher machen, z. B. MAKIWARA, schwächerer Bogen größeres MATO, kleinere Distanz schießen lassen.

- HAYAKE als psychischer Zustand aufgrund einer schlechten Kindheit oder schwerer Erlebnisse.

Diese Fehler sind so etwas wie die Pubertät. Ein Problem ist es, wenn man es durchgehen lässt. Wenn man es durchgehen lässt, kann es bis zum Tod bleiben - dies gilt auch für das YURUMI.


Geschichte des Bogenschießens
Das KYUDO (jap. Bogenschießen), das ihr macht, ist ein Ausschnitt - ein Teil des weltweiten Bogenschießens. Es gibt einen amerikanischen Völkerkundler (Moss), der das Bogenschiessen auf der ganzen Welt untersucht und in 3 Teile eingeteilt hat:
- Das jap. Bogenschiessen gehört zur mongolischen Form, weil man die Sehne mit dem Daumen hält.
- Im Gegensatz dazu halten die Mittelmeerländer die Sehne mit 3 Fingern.
- Die 3. Methode ist die Pitch-Form, bei der man den Pfeil mit Daumen und Zeigefinger hält. Die Nocke hat dabei eine Kugelform.

Bei der Pitchform kann der Pfeil links oder rechts vom Bogen sein.
Bei der Mittelmeerform ist der Pfeil immer links, sonst fällt der Pfeil herab.
Bei der mongolischen Form muss der Pfeil rechts sein, sonst drückt ihn der Finger über dem Daumen vom Bogen weg.

Bei der mongolischen Form gab es in Japan drei Bereiche der Anwendung des Bogens.
- Die 1.Form ist die HOSHA Form, bei der der Schütze steht oder kniet. Es gibt auch die Form im KIZA oder mit beiden Knien am Boden: YAGURA.
- Die 2. Art ist KISHA. Insbesondere gab es mit dem 8. Shogun in der Edozeit einen Boom, bei dem die Samurais das Schießen vom Pferd gelernt haben. Bei den Arten des Schiessens vom Pferd (KISHA) gibt es YABUSAME, INUO MONO, KASA MONO, KASA GAKE (auf den Hut schießen). Das YABUSAME fand auf einer 150 m langen Bahn mit 3 MATO statt, auf die nacheinander geschossen wurde. Dafür gibt es eine besondere Technik z.B. mit dem zentralen Heben des Bogens (USHIOKOSHI). Der Reiter wendet sich nach links in Richtung Zielscheibe. Das Pferd rennt eine gewisse Strecke und das MATO ist links vor einem in Richtung der Rennbahn des Pferdes. Man zielt auf das MATO, und das Pferd rennt, das MATO kommt näher, und man spannt nach links auf, hat das MATO immer im Visier. Bogenschiessen zu Pferd gab es früher auch schon zur Jagd oder im Krieg und dort hat man das YUGAMAE auch seitlich gemacht. Aber beim YABUSAME hat man das so festgelegt wegen der festen Bahn. Diese Form des Haltens des Bogens ist auch heute in Japan noch die weit verbreitete Form, den Bogen zu halten. Eine Schwierigkeit dabei ist, das TENOUCHI während dem Ausziehen zu machen.
- Die 3. Form - DOSHA - wurde an einem großen Tempelgebäude in KYOTO geübt. Gesamtlänge war 120m mit Außenterrasse unter einem Vordach von etwa 5 m Höhe. Die Veranda ist 2.5 m breit. Das Ziel dabei war, den Pfeil so zu schießen, dass der Pfeil am anderen Ende ankam, ohne dass er oben das Dach berührt. Dabei gab es Wettkämpfe über 24 Std. bei denen gezählt wurde, wie viele Pfeile geschossen wurden und wie viele Pfeile angekommen waren. In dieser Zeit war Japan in Fürstentümer aufgeteilt und die Samurais der verschiedenen Fürsten wurden angehalten, daran teilzunehmen. In diesem Tempel sind noch alle Dokumente dieser Wettkämpfe aufbewahrt. Der Rekord war bei über 13.000 Pfeilen in 24 Std. ohne zu schlafen. Davon sind über 8000 am anderen Ende angekommen. Wenn man das nachrechnet, wären das pro Minute über 10 Pfeile. Normalerweise war nach 500 Pfeilen immer eine Pause mit Tee und Essen. Es gibt auch ein Buch, in dem die Voraussetzungen beschrieben sind, wenn man teilnehmen wollte. Die Kosten waren 1000 YO (Jahresgehälter) für die Materialien. Gegen Ende der EDO Zeit wurde dieses Schießen verboten, weil der Aufwand zu hoch war und das Geld ausging. Es war ein Samurai-Spiel jedes mal den Rekord zu brechen. Viele, die es nicht geschafft haben, haben sich den Bauch aufgeschlitzt. Als diese Wettkämpfe den Höhepunkt erreicht hatten, gab es verschiedene Entwicklungen, um die Entwicklung der Materialien zu verbessern - andere Pfeile, Bögen, Handschuhe, etc. Auch wurden von den Schützen die Leute bestochen, welche die Pfeile gezählt haben oder die Schützen versuchten, näher zum Ziel hin zu rücken, bis man dann auf der Veranda eine Sperre aufbaute.

Es gibt also 3 Techniken - davon ist eine HOSHA;
HOSHA: der Schütze ist zu Fuß vor dem MATO. Diese Technik hat eine sehr lange Entwicklung gemacht vom 9. Jahrhundert bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Hauptsächlich im Krieg, wobei es darum ging, zu überleben. Auf dem Höhepunkt, als die Technik fast ausgereift war, hat HEKI MASATSUGO DANJO diese Technik festgelegt, formuliert und vervollkommnet. Diese Technik ist dann in verschiedenen Schriften niedergelegt und - wenn man INAGAKI Sensei einschließt - in 19 Generationen überliefert worden.

Es gibt 3 Formen der Überlieferung:
- Die mündliche Überlieferung
- In Stichworten (60) - MOKUROKU = Inhaltsverzeichnis
- In Form von Gedichten - WAKA = 31 Silben Gedichte - Verschiedene Gedichtsammlungen

Das Versprechen dabei ist: wenn man das Schießen gemäß dieser Überlieferung erlernt, wird man das MATO immer in der Mitte treffen. Wenn man nicht trifft, hat man irgendetwas nicht beachtet oder vergessen.

Es gibt 5 Formen des Schiessens:
- MATO MAE, wo man das Treffen übt
- MAKIWARA MAE - nicht als Aufwärmen sondern am Fürstenhof zu Festzeiten. So haben die höchsten Meister die Technik gezeigt.
- KAZUYA MAE: viele Pfeile hintereinander auf dem Schlachtfeld, wenn der Feind angreift. Das wurde später umgewandelt für das SANJUSANGENDO Schießen (Schießen am Tempel).
- TEKI MAE (TEKI = Feind). In Rüstung und Helm mit scharfen Spitzen, welche die Rüstung durchdringen sollen.
- TOYA MAE: Mit einem leichten Pfeil möglichst weit schießen um die eigenen Technik zu verfeinern.

In der EDO Zeit gehörte es zur Ausbildung eines Samurai, dass er täglich diese 5 Arten schoss. Es ist ein Tagebuch aus dieser Zeit erhalten, woraus man das Trainingspensum ersieht. Insgesamt 1000 Pfeile pro Tag:
300 MATO, 500 Schnellschießen, der Rest verteilt auf die anderen Schießarten. Für einen jugendlichen Samurai von etwa 12 - 13 Jahren, um am Anfang die Kunst des KYUDO zu erlernen.

Was das sagen will: Man muss verstehen, wenn man diese Kunst erlernen will, muss man möglichst viele Pfeile schießen. Bewusst werden, was man macht und die Bewegung kontrollieren lernen. Insbesondere der Gebrauch der Finger ist sehr differenziert und die Gehirnmasse, die dafür zuständig ist, ist sehr groß.

Die Schüler von HEKI DANJO, YOSHIDA, INSAI sind alle über 70 - 80 Jahre alt geworden. Beim damaligen Durchschnittsalter von 40 - 50 Jahren ist das sehr viel. INAGAKI Sensei wurde 84 Jahre alt, URAKAMI Sensei 89 Jahre alt. Man sagte vor langer Zeit, dass Bogenschützen lange leben. Immer im Mai sind in KYOTO die alljapanischen KYUDO Meisterschaften. In der Gruppe der HANSHI Schützen hat vor 5 Jahren ein 100-jähriger gewonnen. Dabei wurden auch das Treffen und das korrekte Schießen gewertet.

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Interessante Information:

Frau Hiroko Urakami wurde im Mai 2010 zum 10. DAN Hanshi ernannt.
Das ist die höchstmögliche Graduierung.
Wie Inagaki Genshiro war sie Schülerin von Urakami Sakae, ihrem Vater.
Sie ist als Vertreterin der Heki-to-ryu-Stilrichtung Inhaberin der höchsten Graduierung.

Die ANKF würdigt so auch die in Japan selbst nicht so weit verbreitete Stilrichtung der Bogenschützen zu Fuß, die um 1440 von Heki-Danjo Masatsugu begründet wurde und sich bis heute ohne jegliche Einflüsse von Zen-Buddhismus und Shintoismus als trefferorientierte Schießtechnik erhalten hat.


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Internationales Taikai in Miyakonojo - ein Bericht
(aus dem Internet)

Im Jahr 1999 folgte ich das dritte Mal einer Einladung der ANKF (All Nippon Kyudo Federation) zum internationalen Taikai (Wettbewerb) in Miyakonojo auf Kyushu, der südlichsten der vier Hauptinseln Japans. Bereits einige Jahre vorher, nämlich 1992 und 1995, wurde dieser Wettbewerb ausgetragen.

Die gesamte Veranstaltung dauert sechs Tage und gliedert sich in einen Drei-Tage-Lehrgang, zwei Tage Wettkampf und an einem Tag wird die Dan-Prüfung (Dan = Meistergrad) abgenommen. Ein zusätzlicher Anreiz war, dass die ANKF gemeinsam mit der Stadt Miyakonojo für diesen Zeitraum die Unterbringungskosten für die ausländischen Teilnehmer übernahm. Die Organisation und das angebotene Rahmenprogramm waren typisch japanisch; also perfekt.

Gleich nach meiner Ankunft am Sonntag nahm ich die die Gelegenheit beim Schopf und besuchte gleich „meinen" Kyudo Zubehörshop, einer von zwölf in der Stadt. Ich wollte in entspannter Atmosphäre in der „Schatzkammer" für Kyudoka kramen. Von entspannt konnte aber nicht die Rede sein. Die gleiche Idee hatten auch andere Schützen. Der kleine Laden war gerammelt voll; und das am Sonntag gegen 20.00 Uhr Ortszeit. Der Ladenbesitzer, ein angesehener Bogenbauer der Stadt, machte das Geschäft seines Lebens. Er erkannte mich sofort wieder, da ich ihm 1992 einen selbstgebauten, voll funktionsfähigen Minibambusbogen vorführte, und die Begeisterung der Japaner für Miniaturen ist grenzenlos.

Rund 80 Prozent der in Japan erzeugten Bambusbögen kommen von der Insel Kyu-shu.

Kyushu hat subtropisches Klima, hohe Luftfeuchtigkeit, üppige Vegetation und liegt geografisch auf der Höhe von Israel. Hier wächst der beste Bambus zur Herstellung von Bögen und Pfeilen. Außerdem ist Kyushu berühmt für seine zahlreichen heißen Quellen; eine wahre Wohltat für Körper und Geist.

Montag früh war offizielle Begrüßung durch den Bürgermeister und den Präsidenten der ANKF, Sensei (Anrede für Meister) Kamogawa; natürlich auf Japanisch. Sensei Kamogawa ist Meister seines Faches und trägt den 10. Dan. Als Dolmetsch fungierte Liam O'Brien, Präsident des englischen Kyudo-Verbandes und Inhaber des 7. Dan Kyoshi. Er ist damit Träger der höchste Dangraduierung außerhalb Japans. Rund 180 Teilnehmer aus 13 Nationen waren gekommen. Indien und Österreich waren jeweils nur durch einen Teilnehmer vertreten. In der Sporthalle waren nicht weniger als fünf Tachis (Tachi = Gruppe aus fünf Matos, Mato = Zielscheibe) nebeneinander aufgestellt. Die Entfernung von Mato zu Mato betrug rund 1,80 Meter. Die Teilnehmer wurden in Gruppen nach Dan-Graduierung eingeteilt, und jede Gruppe wurde von zwei Senseis betreut. Kein Sensei hatte eine niedrigere Graduierung als den 8. Dan. Beim Lehrgang wurde auf das Taihai (Zeremonie) überraschend wenig Wert gelegt, dafür wurde sehr viel an der Schießtechnik gefeilt. Das zur Freude aller Teilnehmer, die sich eigentlich auf diese physisch anstrengende Übung des zeremoniellen Gehens und Kniens vorbereitet hatten. Dazu trug das schöne Wetter mit milden Temperaturen zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Im Jahre 1995 hatte man weniger Glück. Damals regnete es fast immer, und die Temperatur war im Keller, was bei der hohen Luftfeuchtigkeit ziemlich in die Knochen ging. Die drei Tage des Lehrgangs vergingen wie im Flug, und es wurde allen Teilnehmern von den Senseis gute Arbeit bescheinigt. Als Ehrengäste waren die regierenden Meister der Mongolei mit ihren Reflexbögen eingeladen. Auf einem neben der Sporthalle liegenden Platz konnten sie ihre Treffsicherheit auf 60 Meter unter Beweis stellen. Auch durften die Teilnehmer einmal so einem Bogen probieren. Dabei bemerkte ich, dass fast alle die Kyudo-Technik anzuwenden versuchten. Bei den Reflexbögen wird zwar auch die Sehne mit dem Daumen gezogen und der Pfeil liegt auf der rechten Bogenseite, aber aufgrund des großen Kraftaufwands der notwendig ist, einen Reflexbogen zu spannen, ist für diese die Kyudo-Technik ungeeignet. Es kamen die Wettkampf-Tage (Takai), an denen auch die nationale japanische Meisterschaft ausgetragen wird. Auf einen Schlag tummelten sich mehr als 2.000 japanische Bogenschützen in der Halle, die an den vorhergegangenen Tagen bis auf die ausländischen Teilnehmer und die Organisatoren fast leer war. Das Taikai für die ausländischen Teilnehmer wurde separat ausgetragen. Es wurden zwei Durchgänge zu je vier Pfeilen geschossen. Die Teilnehmer mit der höchsten Trefferquote kamen ins Stechen, was bei einem Nichttreffer das Aus bedeutete. Männer und Frauen wurden getrennt gewertet. Nach Beendigung des Wettbewerbs gab es dann noch von Bushis (Kriegern) in voller traditioneller Rüstung eine beeindruckende Vorführung. Sie zeigten, wie damals mit Pfeil und Bogen eine gegnerische Stellung ausgehoben wurde. Jeder Krieger schoss 40 Pfeile, erst im Knien, dann im Vorrücken ab. Wenn alle Pfeile verschossen waren, wurde der Bogen im Nahkampf als Lanze benutzt. Am letzten Tag nahmen fast alle Teilnehmer die Gelegenheit wahr, eine Dan-Prüfung abzulegen. Alle waren begeistert von der Freundlichkeit, Höflichkeit und Fürsorge, mit der die ausländischen Teilnehmer verwöhnt wurden. Fast alle wollen beim nächsten Mal wieder dabei sein.


弓道 WAS IST KYÛDÔ?  
  „Kyû-dô“ bedeutet „Bogen-Weg“ und bezeichnet die traditionelle, sehr ritualisierte Art des japanischen Bogenschießens mit dem langen Bambusbogen. –
Als Einführung zu empfehlen -> de.wikipedia.org/wiki/Kyūdō
Unsere Internetpräsenz ist einfach, aber aktuell - siehe links oben...
Japanisch lernen: https://www.nhk.or.jp/lesson/english/
 
弓道 TRAININGSZEITEN  
  Stadtgymnasium Detmold
Martin-Luther-Straße 4

W I N T E R P L A N (Okt.-März):
sonntags 10:00 Uhr - 13:30 Uhr
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SOMMERPLAN (Apr.-Sept.):
freitags 19:00 Uhr - 22:00 Uhr
außer Karwoche u. Sommerferien
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Eintreffen bitte 10 Minuten vorher! Wir bauen gemeinsam auf und ab.
 
弓道 ANSPRECHPARTNER  
  Peter Kollotzek
Tel.: 05231 64208
SMS: 0177 4300053
E-Mail-Anschriften:
Kyudo: kyudodetmold(at)gmx.net
PSV: psv-lippe-detmold(at)web.de
 
弓道 BEITRAG 2018  
  Ab Januar wird der Beitrag für 2018 fällig: 60 € Mitgliedsbeitrag + 35 € bei Passbesitzern für die Jahresmarke (verbindlich bei Lehrgängen, Prüfungen).  
弓道 MITGLIEDSCHAFTEN  
  Der PSV Lippe ist Mitglied im SV Dt (Sportverband Detmold), KSB und LSB. PSV-Kyûdôka sind Mitglieder im Deutschen Kyûdôbund (DKyuB), der Dachverband ist der DJB (Deutscher Judo Bund) und DOSB (Deutscher olympischer Sportbund). Auf internationaler Ebene ist der DKyuB Mitglied der EKF (European Kyûdô Federation) und der IKYF (International Kyûdô Federation). Alle Regelungen entsprechen damit der ANKF (japanische Kyûdô-Organisation): weltweit gleiche Prüfungsinhalte und anerkannte Graduierungen. - http://www.kyudo.jp/ - http://www.ikyf.org/ - www.dkyb.de