KYUDO IN DETMOLD >>---弓道---> 21 Jahre japanisches Bogenschießen im Polizei-SV-Lippe
弓道 Übersicht - aktualisiert: 14.05.2019  
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NEU: Pfeile-Auswahl

Bei Spitzenschützen mit dem Lang-, Recurve- und Compoundbogen an der Tagesordnung - bei Kyudoka oft noch vernachlässigt:

Gedanken zur Pfeilwahl

Bei vielen Videoaufnahmen (auch von Schießmaschinen) kann man feststellen, dass der Pfeil in seiner Gesamtlänge schräg in Richtung Ziel „driftet“ und oft erst kurz vor dem Ziel seine korrekte Lage eingenommen hat.
Das folgende Bild zeigt einen
Papiertest, bei dem der Pfeil durch ein etwa 2 Meter entferntes stabiles Papier geschossen wird. Die Form der Einrisse verraten den Anfänger mit Übungspfeilen (langer, waagerechter Einriss - der Pfeil driftet in Richtung Ziel) und den Fortgeschrittenen mit besser abgestimmten, passenden Pfeilen (kleine Einrisse).

Woran liegt das?

Ein Pfeil driftet u. a. dann schräg in Richtung Ziel, wenn er während des Lösens der Sehne aus der Sehnengrube einen „falschen“ seitlichen Impuls zusätzlich erhalten hat. Je korrekter ein Pfeil abgeschossen worden ist, desto weniger driftet er in Richtung Ziel. Die Federn haben bis 2 Meter einen noch kaum messbaren Einfluss auf den Pfeilflug in diesem Bereich!

Der Nock ist die Stelle, an der der Pfeil zu Beginn maximal beschleunigt wird. Physikalisch wirkt die Kraft der Seh­ne auf den Pfeilschwerpunkt. Dieser ist aber beim Abschuss oft gar nicht gerade auf einer Linie in Richtung Pfeil­spitze, weil der Kyudoschütze durch Hineri dem Pfeil eine Biegung mitgibt. Wird dann die linke Hand nicht optimal eingesetzt, driftet der Pfeil leicht seitwärts in Richtung Ziel. Die Befiederung korrigiert dieses Driften erst nach einigen Metern!

Eine genaue Beobachtung der Schießtechnik (Yunde) ist hier erste Grundlage einer Fehleranalyse. Kameras mit bis zu 100 Bildern/Sekunde sind da hilfreich.

Exkurs:

Beim Schießen mit dem Recurvebogen (Olympischer Bogen) übernehmen mehrere technische Dinge die Gewähr dafür, dass der Pfeil nach dem Lösen den Bogen optimal verlässt. Der Schütze benötigt viel Zeit (und Geld für das Testmateri­al), den genau zu seinem Zuggewicht passenden Pfeil zu finden. So habe ich während meiner Wettkampfzeit passende" befiederte und auch unbefiederte Pfeile (mit etwas Gewichtsausgleich für die fehlende Befiederung) selbst auf 70 Meter innerhalb eines 60-cm-Kreises gruppiert.

Videoaufnahmen im Internet von unbefiederten Kyudopfeilen sollen zeigen, dass so etwas beim Kyudo angeblich gar nicht mög­lich ist. Allerdings gibt es Erzählungen, dass im japanischen Mittelalter bei Wettbewerben die Federn bis auf die Fe­derkiele entfernt wurden – und dennoch der Schütze noch getroffen hat!

Also: Treffer sind beim Kyudo wohl auch ohne Befiederung möglich.
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Entscheidend ist neben einer perfekten Schießtechnik im Kyudo auch die Wahl des korrekten Pfeils. Die erhältlichen Spine-Tabellen von EASTON und anderen Herstellern oder Händlern sind da nur eine grobe Hilfe, weil sie den statischen Spinewert angeben, nicht aber den abschussabhängigen, dynamischen Spinewert. Hier hilft nur Ausprobieren!

Durch das „Trimmen“ der Pfeile ist es möglich, bauartbedingt den Treffbereich deutlich zu reduzieren.

Eigene Versuche (im Blindversuch – gleiche Pfeile mit und ohne Zusatzgewichten) über viele Wochen hinaus haben ergeben, dass gegenüber den nicht veränderten 4 Pfeilen die mit leichten Zusatzgewichten in der Spitze versehenen Pfeile bei korrektem Abschuss in einem 15-cm-Kreis eingeschlagen sind. Die anderen Pfeile verteilten sich auf bis zu 30 cm. Ich könnte mir vorstellen, dass ab 4. DAN Versuche mit Zusatzgewichten in den Pfeilen durchaus einmal sinnvoll wären. Wer allerdings perfekt schießt, braucht gar keine „Tricks“. Alerdings gruppieren die passenden Pfeile eben deutlich enger!

Was bewirken Zusatzgewichte in der Spitze?

Zusätzliches Gewicht macht den Pfeil weicher, er kann die Biegung leichter aufnehmen, die beim Abschuss durch die Stauchung passiert. Gleichzeitig verschiebt sich der vordere „Totpunkt“ des Pfeils minimal nach vorne. Wer sich einmal das Angebot von ASAHI ansieht, wird dort gerade für die leichten Carbonpfeile Zusatzgewichte (YPI-001/80-23) finden, die mit Inserts (Einschub) in den Schaft geklebt werden

Warum schlagen meine Aluminium-Pfeile seitlich versetzt von den Bambuspfeilen ein?

Vermutlich hat sich schon manch einer der Kyudoschützen diese Frage gestellt, denn er hat sein Zielbild ändern müssen, um bei verschiedenartigen Pfeilen das Mato gleichmäßig zu treffen. Die Gründe sind – wenn man davon ausgeht, dass die Technik beherrscht und bei allen Pfeilarten gleich durchgeführt – vielseitig.

Dickere Pfeile schlagen weiter rechts ein – dünnere sitzen weiter links.

Das hat seine Ursache darin, dass sich die Pfeile im ersten Augenblick des Abschusses seitlich durchbiegen. Von oben gesehen liegt der Pfeil in der Form eines leichten C an der Wange an, wenn das Hineri durchgeführt und der Druck mit dem Handschuh den Pfeil gegen den Bogen drückt, damit er nicht herabfallen kann. Beim Lösen rutscht die Sehne leicht über den Handschuhdaumen und „staucht“ den Pfeil leicht, da die Massenträgheit des Pfeils die Energie, die durch die Sehne auf den Nock wirkt, zunächst in eine leichte Verformung umsetzt. Die Drehung des Bogens durch die Bogenhand führt dazu, dass einen Bruchteil nach dem Lösen der Sehne der Pfeil zunächst noch am Bogen anliegt, sich aber durch seinen Eigenreflex – jetzt biegt er sich aus der C-Form in die entgegengesetzte Form – vom Bogen abstößt. Jeder, der seine Bogenhand noch nicht schnell genug einsetzt, stellt fest, dass dieser Abstoß zu einer erheblichen seitlichen Abweichung nach rechts führt.

Wenn man also davon ausgeht, dass der vordere Teil des Pfeiles kurz nach dem Lösen der Sehne aus der Daumen­grube seine seitliche Biegung durch ein „Abstoßen“ vom Bogen ausgleicht, fällt diese Ausgleichsbewegung je nach Pfeilstärke unterschiedlich aus.

Der westliche Bogenschütze kann dies durch eine variable, seitlich durch eine Feder in der Härte verstellbare techni­sche Einrichtung am Bogen (Button) auffangen und so je nach Pfeilart, die er verwendet, anpassen, ohne seinen Schießstil zu ändern.

Der Kyudoka muss bei verschiedenen Pfeilen entweder den Zielpunkt verlegen oder mit der linken Hand bei steife­ren Pfeilen schneller arbeiten.

Exkurs

Bei dickeren Pfeilen spricht man davon, dass sie „steifer“ sind, sich also nicht so durchbiegen wie die dünneren, weicheren Pfeile. Die bei Aluminiumpfeilen anzutreffenden Bezeichnungen 2015 oder 1913 erklären dies. Die ersten beiden Ziffern beschreiben den äußeren Pfeildurchmesser in Bezug auf das englische Zoll-Maß. 20 bedeutet dabei 20/64 Zoll. Die beiden letzten Zahlen beschreiben die Wanddicke des Aluminiumpfeils. 15 bedeutet dabei 15/100 Millimeter Wandstärke. Also hat der 1913 einen geringeren Außendurchmesser und eine geringere Wandstärke als der 2015. Der Wettkampfschütze spricht hier vom Spine-Wert. Dieser wird gemessen, indem man einen Pfeil an zwei Stellen auf ein Messgerät auflegt, mittig ein bestimmtes Gewicht an den Pfeil hängt und die Durchbiegung fest­stellt. Ein dünnerer (= weicherer) Pfeil biegt sich bei diesem Test mehr durch. Das geschieht auch, wenn er abge­schossen wird.

Während des Fluges schwingt der Pfeil um zwei scheinbar feste Punkte. Der eine Punkt befindet sich leicht hinter der Spitze, der zweite etwa vor der Befiederung. (Der vordere Punkt lässt sich leicht feststellen, wenn man den Pfeil etwa 8–10 Zentimeter hinter der Spitze leicht mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand festhält und in der Mit­te mit dem Zeigefinger der rechten Hand „anschnippt“. Der Pfeil beginnt mit einem leichten Ton zu schwingen.) Gleichzeitig dreht sich der Pfeil wegen der Befiederung um seine Längsachse, um seine Bewegungsrichtung allge­mein zu stabilisieren.

Der Umfang dieser Schwingungen (man kann das gleiche Bild bei Zeitlupenaufnahmen eines fliegenden Speeres sehr gut erkennen) ist also abhängig vom Außendurchmesser, der Wandstärke, dem Spitzengewicht und dem Ge­samtgewicht/der Schwerpunktlage des Pfeils.

Man versucht, diese Schwingungen möglichst gering zu halten, denn auf kurze Entfernung ergibt sich bei einem weichen Pfeil eine seitliche, trichterförmige Abweichung von mehreren Zentimetern, die bei den Recurveschützen schon dazu führen kann, dass man bei einem Schuss „bauartbedingt“ einen Ring beim Wettkampf auf 18 Meter Ent­fernung verlieren kann. Daher tendieren die meisten professionellen Bogenschützen dazu, den Pfeil eine Tendenz steifer zu wählen. Dann ist der Pfeil „schneller weg“.
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Bei Kyudo wäre das ggf. problematisch, denn die Arbeit der linken Hand müsste dann besonders gut sein, um mit leicht steiferen Pfeilen zu schießen. Weichere Pfeile müssten dann unter Umständen zu einer besseren Trefferlage führen. Allerdings müsste man dann auch leicht anders zielen.

Interessant:

Der Pfeil biegt sich übrigens auch nach unten durch, da der Nockpunkt leicht überhöht ist und die leichte Kippung des Kyudobogens nach rechts im Heki-Stil ein Ausweichen nach oben verhindern soll.

Peter Kollotzek, Am Klüter Bach 11, 32758 Detmold, 05231-64208

弓道 WAS IST KYÛDÔ?  
  „Kyû-dô“ bedeutet „Bogen-Weg“ und bezeichnet die traditionelle, meist sehr ritualisierte Art des japanischen Bogenschießens mit dem langen Bambusbogen. –
Als Einführung zu empfehlen -> de.wikipedia.org/wiki/Kyūdō
Unsere Internetpräsenz ist einfach, aber aktuell - siehe links oben...
Japanisch lernen: https://www.nhk.or.jp/lesson/english/
 
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