KYUDO IN DETMOLD >>---弓道---> 21 Jahre japanisches Bogenschießen im Polizei-SV-Lippe
弓道 Übersicht - aktualisiert: 14.05.2019  
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NEU: THEMA des Monats
Liebe Kyudoka,

hier werden in lockerer Folge unsere "Themen des Monats" aufgegriffen. Dabei stehen auch Kleinigkeiten im Mittelpunkt, die beim Training aufgefallen sind. - Möglichst mit praktischen Tipps! Vielleicht ist das auch für andere Kyudoka hilfreich...

Mai 2019: Überlegungen zum zeitlichen Ablauf beim Schuss

Zur Vereinfachung wird hier von folgenden Daten ausgegangen:
Pfeilgeschwindigkeit 45m/sec - Pfeillänge 0,90 cm.
Ein solcher Pfeil hat sich nach ca. 2/100 Sekunde von der Sehne getrennt, und es besteht dann keine Möglichkeit mehr, auf ihn einzuwirken. Die übliche Reaktionszeit ist (trainierter Läufer beim Start: 15/100) deutlich länger als 2/100 Sekunde. Daher muss der gesamte Krafteinsatz vor dem Lösen schon korrekt eingebracht worden sein. Der Pfeil erreicht das Mato nach ca. 0,62 Sekunden. [Genau waagerecht abgeschossen würde er ca. 1,80 m fallen. Der "überhöhte" Nockpunkt jedoch sorgt dafür, dass der Pfeil durch seine Durchbiegung einen zusätzlichen Impuls leicht nach oben erhält!] 
hier klicken für weitere Infos zur Auswahl von Pfeilen

April 2019: Hayake (zu früher Abschuss)

Im vollen Auszug sollen die Kräfte optimal eingesetzt werden. Das klappt nicht, wenn zu schnell abgeschossen wird. Denn dann sind die 100 % des korrekten Krafteinsatzes noch nicht erreicht. Als Hilfe ist methodisch folgende "Zusatzaufgabe" denkbar:
Werde dir im vollen Auszug folgender Punkte bewusst: Pfeil liegt auf dem linken Daumen - Pfeil liegt an der Wange an (Hozuke) - rechter Daumen zeigt (fast) zum Ziel - rechtes Handgelenk mit minimaler Kraft - rechter Ellenbogen waagerecht etwas hinter der rechten Schulter - rechte Schulter unten - linke Schulter unten - linker Ellenbogen (waagerecht) - korrektes Zielbild - rechter Daumen drückt ... Abschuss aus der Körpermitte.
Damit wird die Aufmerksamkeit auf wichtige Punkte beim vollen Auszug gelenkt - und die Zeit zum Abschuss verlängert.

März 2019: Kleine Nachlässigkeiten verhindern Treffer

Im vergangenen Monat haben wir die Grundlagen für ein wiederholtes Treffen angesprochen: Tsumeai - Nerai - Hozuke...
Jetzt soll verdeutlicht werden, welche Kleinigkeiten hier das Treffen verhindern.
Zum Vergleich wird davon ausgegangen, dass bei einer Entfernung von 28 Metern und einer Pfeillänge von ca. 93 cm das Verhältnis von Abweichungen um einen Millimeter irgendwo im "System" nach dem Dreisatz eine Abweichung von 3 cm beim Treffer ausmacht.
- Rutscht die Bogenhand 1-2 mm vom optimalen Punkt weg: 6 cm Abweichung.
- Ist der Nockpunkt nur 2 mm anders als sonst: 6 Zentimeter Abweichung.
- Liegt der Punkt des Hozuke 1-2 Zentimeter falsch: 60 cm Abweichung.
- Wählt man einen Zielpunkt "irgendwo auf der Scheibe": bis 60 cm Abweichung.
In den meisten Fällen eines "Nichttreffers" liegt eine Verbindung mehrerer Fehler vor!

Also:
Den Nock millimetergenau auf der Sehne einnocken.
Das Tori-Kake (Greifen mit der rechten Hand) millimetergenau ausführen.
Beim Tenouchi (linke Hand) peinlichst genau auf die Position der li. Daumenwurzel achten.
Klar bestimmten Punkt auf dem Mato anvisieren, z. B. den schwarzen Mittelpunkt beim Hoshi-Mato oder den inneren schwarzen Ring (genau auf 13 Uhr - Begründung durch euren erfahrenen Trainer) beim Kasumi-Mato.
Kontakt des Pfeils an der Wange (Hozuke) immer gleich fühlen. Jeder Treffer nach Verlust des Hozuke
ist ein Zufallstreffer!

Bei der "Weiterarbeit" von Yunde (linke Hand) und Mete (rechte Hand) darf beim Lösen ca. 4/100 Sekunde lang keine erkennbare Arbeit außerhalb der gedachten, verlängerten Linie durch den Pfeil (Pfeilspitze -> Mato, Nock -> waagerechte Linie ) stattfinden. Nutzt Zeitlupenaufnahmen!

Beispiele und Klärung der Begriffe: vor/hinter, über/unter
- Ist der Ellenbogen nicht weit genug hinter der Schulterlinie, löst sich die Sehne während einer seitlichen Bewegung des Daumens vom Körper weg um 2-3 Zentimeter  -> der Pfeil fliegt deutlich links am Mato vorbei ("hinter" das Matos - weil man ja von rechts ins Ziel geht, ist links "hinter"). Oft auch als Ergebnis eines nach oben rechts zeigenden Daumens der rechten Hand.
- Wird der Bogen zu weit im Tsumeai gedreht, erfährt er eine zu große "Verdrehung" -> Pfeil fliegt links vorbei.
- Lässt der Druck an der Daumenwurzel beim Abschuss nach (oft knickt das Handgelenk dabei ein) oder ist zu gering, fliegt der Pfeil "vor" das Mato (analog zum "hinter" das Mato), also rechts vorbei.
- Pfeile, die das Mato nicht erreichen, liegen "unter" dem Mato,
- Pfeile, die über das Mato fliegen, liegen "über" dem Mato.

Februar 2018:
Was ist vor dem Hanare (beim TSUMEAI) zu beobachten?
Diese Position (Shomen: KAI) ist davon gekennzeichtet, dass
  • der volle Auszug (YAZUKA) erreicht und
  • das Ziel über das rechte Auge korrekt anvisiert (NERAI) wird,
  • der Pfeil die Wange berührt (HOZUKE) und
  • die Sehne Brustkontakt (MUNAZURU)  hat.
TIPPS:

Um bei Partnerarbeit die korrekte Auszugslänge als Mitkyudoka zu erkennen, sollte mindestens ein Pfeil dort markiert worden sein, wo er bei vollem Auszug an der Vorderseite des Bogens über dem Daumen liegt. Dazu kann man mit Nagellack auf dem Aluschaft einen Ring anbringen, am besten so, dass er von der Seite bei vollem Auszug gut erkennbar ist.
Gleichzeitig ist ein Punkt als weitere Markierung an der Stelle des zweiten Pfeils (OTOYA) sinnvoll, der bei der Vorbereitung im Kniestand hilft, ihn so unter den ersten Pfeil zu legen, dass ohne einen Blick auf die Befiederung die Nocke (HAZU) schon korrekt steht, wenn man nach Abschuss des 1. Pfeiles (HAYA) den zweiten (OTOYA) auflegen will. Das spart unnötige Bewegungen vor dem Einnocken und Nerven. - Bitte beachtet einmal, wie diese Sache bei Bambuspfeilen vom Pfeilhersteller bereits gelöst ist!
Ich habe meine Pfeile zusätzlich mit einem oder zwei kleinen Punkten an der Nocke gekennzeichnet, damit Haya und Otoya schneller erkennbar sind.

Januar 2018:
Standhöhe

Der Abstand vom Bogen zur Sehne an der Stelle, an der der Pfeil am Bogen anliegt, ist aus physikalischen Überlegungen für Bögen mit verschiedener Bauweise und Bögenlänge auch unterschiedlich. Die Hersteller schlagen für ihre Bögen die einzuhaltende Standhöhe vor.
Ist die Sehne zu lang, merkt man das meist am Klang beim Abschuss, weil die Sehne oben gegen den Bogen schlägt. Ist die Sehne zu kurz, wird der Pfeil nicht optimal lange beschleunigt und löst sich etwas früher von der Sehne.

Wer die Länge seiner Federn der fertigen Pfeile (YA) einmal gemessen hat, kommt auf beispielweise 15 cm. Ohne viel Umstände und ohne ein Messgerät für den Sehnenabstand kann ich so beim Auflegen des Pfeils anhand der Federlänge jedes Mal feststellen, ob die Spannhöhe in Ordnung ist.
Gleichzeitig stelle ich vor dem Einnocken fest, ob der Nockpunkt auch passt, weil ich den Pfeil rechtwinklig zur gehaltenen Sehne halte. Anfänger sollten unbedingt darauf achten, dass der Pfeil am Bogen schon die richtige Position über dem Griffleder hat, während man mit der linken Hand Bogen und Pfeil hält. Dann ist das Einnocken unter Beachtung der Nockpunktüberhöhung eine Pfeilstärke über dem "rechten Winkel" kein Problem mehr.
Wer hier schon als Anfänger immer seine Achtsamkeit auf diese wichtigen Details legt, kann diesen häufigen Fehler ausschließen.
Wer seine Pfeile im Kniestand auflegt, stellt folgerichtig fest, dass sie nicht waagerecht in Richtung Mato zeigen dürfen! Bei senkrecht stehender Sehne und einer Nockpunktüberhöhung von 10 mm ist die Spitze bei einer Pfeillänge von 90 cm 60 mm unter dem Nockpunkt. Das sieht man!

Dezember 2018: Iriki

Iriki beschreibt den Zustand eines aufgespannten Bogens, bei dem die Sehne rechts vom Griff liegt.
Erklärung: Da der Kyudobogen von hinten gesehen nicht absolut gerade verläuft - er hat leicht die Form des großen Buchstabens C - verläuft auch die Sehne nicht mittig, sondern rechts neben dem Griff. Beim Spannen des Bogens verdreht sich damit der Bogen im Bereich des Griffes. Untersuchungen an der Uni Tübingen (mehr unter kyudo-sum.de zu finden) haben ergeben, dass nur dann der Pfeil geradeaus abgeschossen wird, wenn der Griff beim Hanare durch den Schützen um 1-2 Grad gegen den Uhrzeigersinn verdreht und (ca. 1/40 Sekunde - dann ist der Pfeil am Bogen vorbei) weitergedreht wird. Das ist das hinter Te no uchi und Tsunomi no hataraki liegende physikalische Geheimnis. Ein Iriki-Bogen muss noch mehr gedreht werden, ca. 10 Grad.

TIPP:
Einmal mit einem Gummiband in Griffnähe ein kleines Stäbchen befestigen und auf dessen Bewegung beim Spannen und vollen Auszug achten.



弓道 WAS IST KYÛDÔ?  
  „Kyû-dô“ bedeutet „Bogen-Weg“ und bezeichnet die traditionelle, meist sehr ritualisierte Art des japanischen Bogenschießens mit dem langen Bambusbogen. –
Als Einführung zu empfehlen -> de.wikipedia.org/wiki/Kyūdō
Unsere Internetpräsenz ist einfach, aber aktuell - siehe links oben...
Japanisch lernen: https://www.nhk.or.jp/lesson/english/
 
弓道 TRAININGSZEITEN  
  Stadtgymnasium Detmold
Martin-Luther-Straße 4

S O M M E R P L A N (Apr.-Sept.):
freitags 19:00–22:00 Uhr
außer Karwoche u. Sommerferien
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WINTERPLAN (Okt.-März):
sonntags 10:00–13:30 Uhr
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Eintreffen bitte 10 Minuten vorher! Wir bauen gemeinsam auf und ab.
 
弓道 ANSPRECHPARTNER  
  Peter Kollotzek
Tel.: 05231 64208
SMS: 0177 4300053
E-Mail-Anschriften:
Kyudo: kyudodetmold(at)gmx.net
PSV: psv-lippe-detmold(at)web.de
 
弓道 BEITRAG  
  Im Januar wird immer der Beitrag fällig: 60 € Mitgliedsbeitrag + 35 € bei Passbesitzern für die Verbands-Jahresmarke (verbindlich bei Lehrgängen, Prüfungen).  
弓道 MITGLIEDSCHAFTEN  
  Der PSV Lippe ist Mitglied im SV Dt (Sportverband Detmold), KSB und LSB. PSV-Kyûdôka sind Mitglieder im Deutschen Kyûdôbund (DKyuB), der Dachverband ist der DJB (Deutscher Judo Bund) und DOSB (Deutscher olympischer Sportbund). Auf internationaler Ebene ist der DKyuB Mitglied der EKF (European Kyûdô Federation) und der IKYF (International Kyûdô Federation). Alle Regelungen entsprechen damit der ANKF (japanische Kyûdô-Organisation): weltweit gleiche Prüfungsinhalte und anerkannte Graduierungen. - https://www.kyudo.jp/ - https://www.ikyf.org/ - www.dkyb.de